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Testberichte / Erfahrungsberichte englische Sprachreisen (4)

An dieser Stelle bieten wir ihnen einige Testberichte bzw. Erfahrungsberichte zum Thema Sprachreisen. So können sie von den Erfahrungen anderer profitieren und mögliche Probleme schon vor dem Buchen oder Suchen einer Sprachreise verhindern.
Schicken sie uns auch ihren Erfahrungsbericht über ihre Sprachreise oder ihren Auslandsaufenthalt, damit andere Menschen aus ihren Erfahrungen lernen. Wie haben sie ihren Aufenthalt erlebt? Was haben sie gemacht? Wie war die Schule und ihre Lehrer? Wie war ihre Unterkunft?
Weitere Berichte finden Sie in der Kategorie Testberichte Erfahrungsberichte

Hin und Her in den USA

Direkt nach meinem Abitur reiste ich für ein halbes Jahr in die USA, um mein Englisch zu verbessern. Eigentlich war die Reise für ein ganzes Jahr geplant – ich sah mich aber nach 5 Monaten gezwungen, die Reise abzubrechen.

Geplant war der Aufenthalt bei einer Gastfamilie und der Besuch einer normalen High School in den USA. Im August 2007 habe ich dann endlich den Steckbrief ‘meiner’ Gastfamilie bekommen: eine 52-jährige Bibliothekarin und ihre 2 Kinder in Oklahoma City.
Als ich aber in Oklahoma ankam wurde ich von zwei ca. 30-jährigen Männern abgeholt und in eine dreckige 1-Zimmer-Wohnung gebracht. Man versicherte mir, dass die Familie dort auch wohne, aber über das Wochenende verreist sei. Das war eine Lüge. Am nächsten Tag wurde ich von einem Taxi zu einer sehr sehr kleinen und äußerst dubiosen Privatschule gebracht. Es stellte sich später heraus, dass die Bibliothekarin, bei der ich eigentlich wohnen sollte, die Schulbibliothekarin war und keine Ahnung hatte, dass ich bei ihr wohnen sollte. Einer der Männer, die mich vom Flughafen abgeholt hatten, war der Schuldirektor: er hatte mich im Internet ‘bestellt’, um über eine ‚Mindestschülergrenze‘ zu kommen um Fördermittel für seine Schule zu erhalten. Aus diesem Grund zogen später sogar noch 2 andere Austauschschüler mit in die 1-Zimmer-Wohnung ein.

Ich meldete mich bei der Austauschorganisation und man versicherte mir, dass man sich den Fall einmal anschauen würde. Einen Tag später bekam ich einen Anruf und war geschockt, als die Frau am Telefon dem Schuldirektor geglaubt hatte, dass ich bereits bei der Bibliothekarin wohnen würde seit ich angekommen bin – und nicht mir, dem nach Hilfe rufenden Teenager. Zum Glück konnte ich dann ohne die Organisation eine neue Gastfamilie finden, welche prompt auch die anderen beiden Austauschschüler aufnahm.

Mit dem Umzug in die neue Familie kam ich auch endlich auf eine normale High School. Ich begann mich zu integrieren und lernte erste Freunde kennen, bis dann die Organisation anrief und uns auf das Maximum von 2 Austauschschülern bei einer Familie hinwies und daraufhin für uns alle 3 Ersatzfamilien suchte. Wir wurden alle versetzt und aus unseren bereits aufgebauten sozialen Netzen ‘gerissen’, weil die Regeln der Organisation so große Austauschfamilien nicht gestatten. Meiner Meinung nach ein absolut sinnloser und bürokratischer Fehler. So kam ich also nach 4 Monaten High School von Oklahoma nach Phoenix, Arizona. Mein Flug war dummerweise am 23. Dezember.

Sich dort ein weiteres Mal an der Schule zu integrieren, dieses Mal zeitlich sehr viel Näher am Ende des gesamten Aufenthalts, war für mich sehr demotivierend. Sinnlos getrennt von meinen neuen Freunden und meiner Familie hatte ich schlichtweg keinen Bock mehr. Außerdem war ich maßlos Enttäuscht von der Organisation; hatte man die erste ‘Gastfamilie’ offensichtlich niemals wie versprochen im Vorhinein überprüft, war auch dieses Mal nie jemand bei der neuen Familie gewesen, um sie zu überprüfen. Ich sah mich gezwungen, meine Sprachreise nach 5 Monaten abzubrechen.

Meine Erfahrung ist natürlich nur eine von vielen. Ich habe von vielen gehört, die eine wunderbare Zeit hatten. Ich denke nur, dass es SEHR wichtig ist, sich genau über die Organisationen (und vor allem die Korrespondenzorganisationen im Ausland) zu informieren. Und selbst mit der besten Organisation kann man einfach Pech haben. Eine solche Reise ist ein Risiko. Aber Englisch habe ich formidabel gelernt, während ich in den USA war. Nicht zuletzt durch die vielen Diskussionen mit den Organisatoren.


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